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Internationale Jugendbegegnung in Israel 11.bis 20. Februar 2010

Deutscher Träger
Seelsorgezentrum der Evang.-Luth. Kirchengemeinden in Kaufbeuren
Diakon Wolfgang Stock

Partner in Israel   
Oranim Academic College of Education, Tivon, Israel 36006
Roberta Bell-Kligler, Head, Dept. for Jewish Peoplehood – Oren

TeilnehmerInnen aus Deutschland    
- Anzahl: 17 (7 weiblich, 10 männlich)
- Alter: zwischen 14 und 19 Jahren
- Migrationshintergrund: 8 (aus der ehemaligen Sowjetunion)
- Bildungshintergrund: 7 Hauptschüler 8 Gymnasiasten

TeilnehmerInnen aus Israel:
- Anzahl: 15 (10 weiblich, 5 männlich)
- Alter: zwischen 14 und 18 Jahren
- Migrationshintergrund: 10 (aus der ehemaligen Sowjetunion)
- Bildungshintergrund: College (vergleichbar mit deutscher Realschule)

 Ziele
- Bewusstmachung und Stärkung der eigenen interkulturellen Kompetenz
- Aktivierung zu stärkerer gesellschaftlicher Teilhabe Jugendlicher mit Migrationshintergrund
- Werte und Orientierungen in Israel, Deutschland und Russland
- Sensibilisierung gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit
- Demokratiekompetenz (Standpunktfindung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung)
- Gesellschaftliche Selbstpositionierung
- Vermittlung von Wissen, um sich im politischen Diskurs einbringen zu können

Vorbereitung der Jugendlichen
- Antisemitismusseminar VHS Kaufbeuren
- Gedenkversanstaltung für ehemaligen Zwangsarbeiter im KZ-Außenlager Kaufbeuren-Steinholz
- Wochenendseminar KZ Dachau
- Filmnachmittag „Walk on Water“
- Israelischer Abend mit gemeinsam vorbereitetes israelisches Essen und israelischer Musik

Durchführung
Das geplante Begegnungsprogramm konnte in seiner im Antrag beschriebenen Gesamtheit umge-setzt werden. Die von unserer Partnergruppe sehr kreativ vorbereiteten Workshops erfolgten teilweise an Orten des Geschehens (bei Exkursionen an die Trennmauer Israel/Palästina (> jüdisch-palästi-nensischer Konflikt),
in der Jerusalemer Altstadt (> Jerusalem - Zankapfel der Religionen), im arabisch-jüdischen Beit-Hagefen-Center Haifa (>Der jüdisch-arab. Dialog), in der Gedenkstätte „The Ghetto-Fighters (> Der Holocaust) und in der Ironi-Alef-Schule mit jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion
(> Was und wo ist Heimat?) Diese vor Augen geführte Unmittelbarkeit hinterließ nachhaltig Eindruck, wie die Tagesreflexionen ergaben.

Folgemaßnahmen
Gegenbesuch der Israelis in Kaufbeuren im Frühjahr 2011. Auch die arabisch-beduinische Jugendgruppe in Bir al Maksur meldete starkes Interesse an für eine Begegnung mit ihnen. Diesbezüglich wurden Gespräche mit dem Stadtjugendring Kaufbeuren aufgenommen.

 

                                                                                              Wolfgang Stock, Diakon  (Text zum Ausdrucken)

Weitere Bilder, Presseberichte und Informationen finden sie auch auf der Homepage der Stiftung "Welten - verbinden"

Reisebericht
Presseberichte


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Israelis und Deutsche an den Gestaden des Mittelmeeres bei Haifa

  

Israel – mehr als eine Bildungsreise 

Theodor Heuss´ Worte in seiner bekannten „Rede an die Jugend“ sind heute bei fortschreitender europäischer Integration und Globalisierung aktueller denn je: „Das Wesen des Abendlandes lässt sich bildhaft damit beschreiben, dass es auf drei Hügeln ruht: Akropolis, Kapitol und Golgota.“ 

Als überzeugter Europäer ist damit eine Auseinandersetzung mit dem Gebiet des heutigen Israels absolut notwendig. Dabei beschäftigen mich vor allem Fragen wie „Warum fasziniert dieses Land Menschen seit Jahrtausenden?“ oder „Ist es Zufall, Schicksal oder gar übermenschlicher Wille, dass alle drei monotheistischen Buchreligionen ihr religiöses Zentrum in einer Stadt haben?“ 

Was ich jetzt schon sagen kann: Antworten auf diese Fragen habe ich nicht bekommen, aber viele unvergessliche kulturelle, religiöse und politische Eindrücke. Daneben stand aber die Begegnung mit den Menschen auf israelischer als auch auf arabischer Seite im Mittelpunkt der Reise. 

Die ersten sechs Tage verbrachten wir bei Gastfamilien in der Hafenstadt Haifa. Während dieser Zeit bestand unser Programm aus Workshops und Vorträgen zu dem Thema „Wo und was ist Heimat?“, sehr gut vorbereitet von unserer Partnergruppe vom Oranim-College. 

Teilweise wurden wir direkt an die Orte des Geschehens geführt (bei Exkursionen an die Trennmauer zwischen Israel und Palästina (jüdisch-palästinensischer Konflikt), in der Jerusalemer Altstadt (Jerusalem – Zankapfel der Religionen), im jüdischen-arabisch Beit-Hagefen-Center Haifa (Der jüd.-arab. Dialog) und zur Gedenkstätte „The Ghetto-Fighters (Der Holocaust).

Diese vor Augen geführte Unmittelbarkeit hinterließ nachhaltigen Eindruck.

Danach reisten wir mit einem Bus in das Beduinendorf Bir el Maksur in Untergaliläa, wo wir eine Nacht verbrachten und sehr angeregt mit muslimischen Jugendlichen ins Gespräch kamen. Von dort ging es zur Gedenkstätte Massada am Toten Meer. Unser Busfahrer war nebenbei ein muslimischer Beduine, der 20 Jahre in der Schweiz lebte und Switscherdütsch sprach. Das war gelebte Vielfalt! 

Von dort führte uns unser Weg weiter nach Jerusalem, zur Klagemauer, zur Grabeskirche und zum Ölberg. Hier erlebten wir auch die oft überzogene Haltung der drei großen monotheistischen Religionen in diesem Land, die so leicht in Fanatismus umschlagen kann. 

Sehr nachdenklich machte mich die Begegnung mit einem deutschen N-TV-Korrespondenten zwischen Jerusalem und Bethlehem. Er zeigte uns eindrucksvoll, wie der Konflikt im Nahen Osten vor Ort aussieht, und welche Fakten in den deutschen Medien nicht zu lesen sind. 

Die letzen beiden Tage verbrachten wir in Tel Aviv, wo wir ein sehr interessantes und unter die Haut gehendes Gespräch mit einem Holocaustüberlebenden hatten, der uns neben seiner Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus auch viel über die Staatsgründung Israels und über den Unabhängigkeitskrieg berichtete. 

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Bildungsreisereise in jeglicher Hinsicht für uns einen Gewinn darstellt. Die Impressionen werden uns ein Leben lang begleiten. Auf der einen Seite das Politische auf der anderen Seite die Kontakte mit unseren Austauschpartnern, die im Frühjahr 2011 nach Kaufbeuren kommen werden. Die geknüpften Freundschaften werden per E-Mail und die weltweite Onlinecommunity Facebook gehalten und ausgebaut.

Deshalb „Israel – mehr als eine Bildungsreise“!

Stephan (17 Jahre)

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 Besuch des Jüdisch-Arabisch-Christlichen Zentrums in Haifa

Besuch des Jüdisch-Arabisch-Christlichen Zentrums in Haifa

 

„Es macht keinen Sinn von einer Normalisierung zu sprechen.
Man sollte besser für eine Intensivierung der Beziehung sorgen.“ 
(Amos Oz)

 

Gerade diese Intensivierung des deutsch-israelische Verhältnisses hatten wir, 15 Kaufbeurer Jugendliche, im Sinn , als wir im Februar 2010 unsere Partnergruppe in Haifa besuchten. 

Wir waren in Gastfamilien untergebracht und hatten so die einzigartige Möglichkeit einen tiefen Einblick in das Leben der anderen Jugendlichen zu werfen und schnell neue Freundschaften zu schließen.

Freudig erstaunt stellten wir fest, dass wir als junge Deutsche vorurteilsfrei aufgenommen wurden. Neben der deutsch-jüdischen Vergangenheit standen auch die Herausforderungen einer modernen Einwanderungsgesellschaft im Mittelpunkt, zumal der Großteil der beteiligten Jugendlichen auf beiden Seiten einen Migrationshintergrund, insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion, aufwies. 

Besonders spannend war in diesem Zusammenhang, dass sich einige jüdische und deutsche Jugendliche auf Russisch unterhalten konnten. Zu unserem Erstaunen ist Israels Gesellschaft hochgradig heterogen und wir erkannten, dass in Deutschland nach wie vor dieses Bewusstsein, ein Einwanderungsland zu sein, fehlt. 

Vor Ort bemerkten wir schnell, dass Israel ein stark säkularer Staat ist, aber auch dass religiöser Fundamentalismus eine gefährliche Triebkraft für Konflikte ist. Zudem sorgte die politische Lage in Nahost für angeregte Gespräche. 

In verschiedenen Workshops bearbeiteten wir außerdem auch Themen wie Toleranz, Religion als Kulturträger oder „Was ist Heimat?“. Es war überraschend zu sehen, wie ähnlich wir uns waren und dementsprechend kam auch der Spaß bei diesem Austausch nicht zu kurz. 

Allerdings diskutierten wir auch viel und durchaus kontrovers über die Rolle der Armee und die unterschiedlichen Einstellung gegenüber dem eigenen Staat. Nach einer kleinen Rundreise, bei der wir die geschichtsträchtigen Orte des Landes besuchten, mussten wir von unseren neu

gewonnenen Freunden schweren Herzens Abschied nehmen. 

Bestimmt wird uns das gute Klima, die mediterrane Lebensweise sowie die wunderbare Gastfreundschaft noch lange im Gedächtnis bleiben , weswegen wir alle uns ganz besonders auf den Gegenbesuch im Frühjahr 2011 freuen. 
 

Martin, (18 Jahre)

 

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Freunde

      
  Arul und Ofek 
  Ali und Bea
 

Yumana und Felicitas

 

 

 
 

Blick vom Karmelgebirge auf Haifa  Angeregte Gespräche
 

  

 Workshop in der Ironi-Alef-Schule  Im jüdisch-arabischen Beit-Hagefen-Center

 

Im Rundfunkstudio Haifa bei einer Telefon-Live-Schaltung nach Kaufbeuren

 

 

Alltagspräsenz

 

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